Ist Verantwortung ein- und ausschaltbar?
- Manuela Sykstus
- Apr 13
- 1 min read
Viele Führungskräfte tragen Verantwortung (im Sinne der accountability) haben aber nicht immer wirklich die Möglichkeit der umfassenden Einflussnahme.
Was meine ich damit?
Beispielsfälle:
📎 Eine Teamleiterin ist für die Qualität verantwortlich, darf aber weder Personal auswählen noch Prozesse ändern.
📎 Ein Projektleiter haftet für Deadlines, hat aber kein Budget und keine Weisungsbefugnis.
Heißt: In einer Führungsposition werde ich für den gesamten Output und auch mögliche Fehler verantwortlich gemacht, habe aber keine umfassenden Rechte bei der Gestaltung der Arbeit, zum Beispiel in Bezug auf Struktur und Aufbau der Organisationseinheit oder der Ausübung der umfassenden Führungsverantwortung.
Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein Systemfehler: Organisationen delegieren Verantwortung, ohne die nötigen Rechte mitzugeben. Verantwortung, Befugnis und Aufgabe müssen deckungsgleich sein. Fehlt eine dieser drei Dinge, liegt ein strukturelles Problem vor.
Das Kongruenzprinzip (AKV) besagt genau das: Wer Verantwortung trägt, braucht auch die Kompetenz und die Aufgabe (Vahs/Krüger, Organisation der Unternehmung, 1993).
Kein Einzelfall: Studien zeigen, dass 43 % der mittleren Führungskräfte Erschöpfungssymptome zeigen – vor allem dort, wo Verantwortung ohne echten Handlungsspielraum delegiert wird.
Anders herum: Je mehr Kontrolle und Gestaltungsmacht, desto geringer das Burnout-Risiko. (KLU-Studie, Kühne Logistics University)
Verantwortung ohne umfassende Gestaltungsmacht führt bei mir zur Frustration und stört die Zusammenarbeit mit der Führungsebene über mir. Funktioniert Verantwortung ohne Befugnis? Wie ist Deine Erfahrung?

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