Wo Führung im "Sandwich" zerbricht
- Manuela Sykstus
- May 8
- 1 min read
🥪
Nehmen wir einen aktuellen Fall aus meiner Beratungspraxis: A ist Teamleiter in einer Agentur. Sein direkter Mitarbeiter B versendet einen Newsletter mit einem fehlerhaften Rabattcode, statt 10% werden 30% Rabatt gewährt. Der finanzielle Schaden ist hoch. C, die Vorgesetzte von A, macht ihn unmittelbar für den Fehler verantwortlich: „Dein Projekt, dein Fehler!“. 🏙️
Ist das so?
✅ Ja, wenn der Fehler aus der Führungs- und Organisationsverantwortung von A herrührt.
❌ Nein, nicht für jedes individuelle Verhalten. B trägt die Handlungsverantwortung.
❌ Nein, wenn ein Organisationsverschulden vorliegt.
Wenn die Vorgesetzte C dem A im Sinne der Totalverantwortung jeden Fehler seiner Mannschaft unmittelbar zurechnet und nicht objektiv analysiert, wird die Führungskraft zum „Puffer“ und eine Blame Culture entsteht. A wird demotiviert, Lernchancen bleiben ungenutzt.
C vermeidet, sich mit dem gesamten Team und auch der eigenen Organisationsstrukturen auseinanderzusetzen und zwar auf Kosten der Führungskraft. Sucht man im Sinne des Attributionsfehlers die Ursache ausschließlich in der Führungskraft, werden die situativen Faktoren (Ressource, Struktur, Verweigerungshaltung des Mitarbeiters B) leicht übersehen.
Was hilft A, wenn ihm alle Fehler unmittelbar zugerechnet werden?
Eine Lösung ist die Objektivierung der Fehler des Mitarbeiters und die Rückdelegation der Verantwortung, indem A sich selbst und seiner Vorgesetzten die Frage stellt, was man hätte tun können, um die Fehler zu vermeiden: „Ich erkenne das Problem. Zur Problemlösung benötigte ich die Befugnis x oder die Ressource y. Welchen Weg wollen wir gehen?“ Damit zwingt er seine Vorgesetzte aus dem „toten Winkel“ heraus.
Wie ist Deine Einschätzung? 👇
Erwarten wir, dass Führungskräfte „Schutzschilde“ sind oder dürfen sie Fehleranalyse betreiben?
Wie kann ich mich verhalten, wenn ich selbst davon betroffen bin?

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